26.1.2026
Es gibt Auswärtsspiele, da fährste mit null Punkten heim und weißt trotzdem: Janz verkehrt war dat nit. Freiburg war so ein Spiel. Am Ende steht ein 1:2, aber die Geschichte dahinter ist mal wieder typisch Effzeh. Frühe Führung, kurze Unordnung, viel Einsatz und eine Elfmeterentscheidung, die mehr Fragen aufwirft als Antworten gibt.
Noch vor dem Spiel bzw. während der Stadioneinlasssituation mussten sich besonders unsere Auswärtsdauerkarteninhaber in Geduld üben (verfluchte Elektronik). Diese Geduldübung war dann für das Spiel hinfällig. Der FC startete mutig, konzentriert und – man glaubt es kaum, effektiv. Schon nach zehn Minuten half Freiburg freundschaftlich mit, Rosenfelder klärte Mainas Hereingabe so unglücklich, dass der Ball im eigenen Netz landete. 0:1, Gästeblock am Ausrasten. Doch die Freude hielt kürzer als ein Kölsch in der Halbzeitpause. Keine zwei Minuten später war der Ausgleich da, Freiburg nutzte eine kleine Kölner Unsortiertheit gnadenlos aus.
Der Effzeh ließ sich davon aber nicht komplett beeindrucken. Defensiv stand man dann doch über weite Strecken ordentlich, offensiv wurde es immer dann gefährlich, wenn Tempo ins Spiel kam. Kurz vor der Pause dann der nächste Nackenschlag: Matanović traf zum 2:1, Freiburg drehte das Spiel noch vor dem Gang in die Kabine. Bitter, aber nicht unverdient.
Nach dem Seitenwechsel zeigte der FC Moral. Mehr Zugriff, mehr Mut, mehr Spielanteile. Chancen waren da, der Ausgleich lag zumindest in der Luft. Und dann kam sie, die Szene des Abends. Schuss Freiburg, Ball springt vom Körper an den Arm von Castro-Montes und der Schiedsrichter zeigt auf den Punkt. VAR-Check, keine Korrektur, Elfmeter. Dass Schwäbe den Strafstoß hält, passt beinahe irgendwie ins Bild dieses Spiels. Sportlich gerettet, inhaltlich bleibt trotzdem ein schales Gefühl.
Denn genau hier liegt der Knackpunkt: Es geht weniger um diese eine Entscheidung, sondern um die Linie oder besser gesagt, um deren Abwesenheit. Mal heißt es „Ball vom Körper an den Arm, kein Elfer“, mal reicht genau das plötzlich aus. Spieler, Trainer, Zuschauer, alle stehen ratlos da und fragen sich, welche Regel gerade gilt. Dass selbst nach dem Spiel niemand so richtig erklären konnte, warum es diesmal ein Elfmeter war, spricht Bände.
Am Ende drückte Freiburg die Partie routiniert über die Zeit, während der FC zwar wollte, aber nicht mehr entscheidend durchkam. Die Niederlage ist ärgerlich, aber kein Beinbruch. Die Leistung war ordentlich, der Einsatz stimmte, der Weg ist erkennbar.
Was bleibt, ist neben der Erkenntnis, dass man auswärts konkurrenzfähig ist, erneut ein dickes Fragezeichen hinter der Auslegung der Regeln. Der Effzeh kann mit vielem leben, aber nicht mit wöchentlich wechselnden Maßstäben. Dat wisse mer nit eets sick jestern.