Arbeitssieg mit Extras

31.1.2026

Müngersdorf unter Flutlicht, Freitagabend, Bundesliga. Eigentlich ein Selbstläufer für die Stimmung, wenn da nicht schon vor dem Anpfiff der erste Dämpfer gekommen wäre. Am Südeinlass staute es sich, Kontrollen bis zur Geduldsprobe, viele kamen deutlich verspätet rein. Aber gut, drinnen zählte erst mal der Fußball.

Und der begann aus FC-Sicht ordentlich. Der FC war präsent, bissig, wach. Wolfsburg wirkte in der Anfangsphase erstaunlich passiv und ließ den Hausherren Raum, den sie annahmen. Das Spiel lief meist in Richtung Gästetor, auch wenn nicht jede Aktion sauber zu Ende gespielt wurde. Der verdiente Lohn kam nach gut einer halben Stunde: Linton Maina zog nach innen und schob eiskalt ein. Kein großes Brimborium, einfach effizient. 1:0, völlig verdient.

Wer dachte, das würde ein entspannter Abend, wurde nach der Pause eines Besseren belehrt. Wolfsburg erhöhte den Druck, der FC zog sich tiefer zurück und plötzlich war da dieses bekannte Gefühl: Das kann noch lang werden. In dieser Phase trat einer ins Rampenlicht, der ohnehin schon lange dort steht: Marvin Schwäbe. Was der Mann in der zweiten Halbzeit hielt, war nicht weniger als spielentscheidend. Reflexe, Stellungsspiel, Ruhe. Wolfsburg kam, Schwäbe sagte Nein. Mehrfach. Und sehr deutlich.

Entlastung brachte dann ein solcher Moment, der auch ohne zählbares Ergebnis in Erinnerung bleibt. El Mala, eingewechselt, Ball am Fuß, Gegenspieler vor sich. Ein Haken, noch einer, Tempo, Abschluss. Dieses Solo hatte alles außer dem Tor. Aber es hatte diese besondere Mischung aus Mut und Frechheit, die Hoffnung macht. Das Publikum war sofort da, weil man gemerkt hat: Der Junge traut sich was.

Am Ende war es kein Glanzstück, sondern ein klassischer Arbeitssieg. Einer von der Sorte, die in Tabellenregionen zählen, in denen Schönheit zweitrangig ist. Der FC verteidigte, schwitzte, überstand und durfte jubeln. Drei Punkte, ein überragender Keeper, ein wichtiges Tor und ein Versprechen für die Zukunft auf der Bank.

Bleibt nur der Wunsch, dass man es irgendwann schafft, den organisatorischen Rahmen dem sportlichen Anspruch anzupassen. Denn auf dem Platz war das überwiegend überzeugend.