News vom 29.02.2016

„MITGLIEDERTREFFEN SEHHUNDE E.V.“

Im Rahmen eines Mitgliedertreffens besuchten Vertreter des Fan-Projekts 1. FC Köln 1991 e.V., sowie des 1. FC Köln den Fußball-Fanclub für Sehbehinderte und Blinde e.V.. Daneben schaute FC-Vizepräsident Toni Schumacher gemeinsam mit den Fanbeauftragten Rainer Mendel, Thorsten Friedrich, sowie Sigrun Schilling aus dem Mitgliederrat persönlich vorbei, um die Mitglieder des seit 1991 bestehenden Fan-Clubs zu begrüßen.

Während FC-Vizepräsident Toni Schumacher von den Anwesenden mit Fragen zu seiner Vergangenheit, seinen Erlebnissen oder auch Plänen des 1. FC Köln gelöchert wird, greift einer der Teilnehmer still nach einem Glas. Er lauscht daran, füllt es sicher auf und verpasst zugleich kein Wort der Diskussionsrunde. Es ist ein besonderer Fanclub-Besuch an diesem Samstagmorgen.


Die Teilnehmer sind aus allen Teilen der Republik angereist und haben sich im historischen Kölner Karnevalsmuseum eingefunden. An den Wänden hängen Uhren, die die aktuelle Zeit in Nippes oder Kalk anzeigen – wen interessiert auch New York oder London?! Zusätzlich fördern Bilder von Jecken die Atmosphäre des Raumes. Doch all dies bleibt den Teilnehmern der Tagung verborgen. Denn außer ihrer Leidenschaft zum Fußball haben sie vor allem eines gemeinsam: Sie sind blind oder sehbehindert. Es ist die jährliche Tagung des Fußball-Fanclub Sehhunde e.V., ein nationaler Fanclub für Blinde und Sehbehinderte. Man engagiert sich seit 1991 für diese Fußballfans und setzt sich für deren Integration in die Fußball-Familie ein. Dabei wird viel Wert darauf gelegt, andere Fußballfans über die besondere Situation aufzuklären, um gegenseitiges Verständnis zu schaffen.


Toni Schumacher, der FC-Vizepräsident Markus Ritterbach vertritt, wird herzlich empfangen und rechtfertigt selbstbewusst sein Erscheinen: "Der Markus sieht ja auch nicht so gut aus wie ich." Die schlagfertige Antwort lässt nicht lange auf sich warten und sorgt für lautstarkes Gelächter aller Beteiligten: "Na, da kannst du mir jetzt viel erzählen."


"Ein Farberkennungsgerät, sowas gibt's?" Begeistert lauscht der FC-Vizepräsident den Berichten über den Alltag der Anwesenden und lässt sich über die Hürden aufklären, mit denen sie zu kämpfen haben – besonders im Stadion. An- und Abreise, Plätze, Berichterstattung – alles muss durchdacht sein. Abgerundet wird der Vormittag durch das Überreichen von Geschenken und einem gemeinsamen Erinnerungsfoto und Toni Schumacher erfüllt zahlreiche Autogrammwünsche und Einzelfotos.


Bereits am Abend zuvor besuchte der Fanclub das Heimspiel des 1. FC Köln gegen Hertha BSC. Begrüßt wurden sie von ehrenamtlichen Mitarbeitern des Fan-Projekt 1. FC Köln 1991 e.V., das sich aktiv für die Integration von Fans mit Behinderung einsetzt. Auf den Blindenplätzen im Block O6 des Rheinenergiestadion verfolgten die Mitglieder der "Sehhunde", ausgestattet mit Kopfhörern, das Geschehen auf dem Platz. Geschulte Kommentatoren berichten hier exklusiv das Spielgeschehen.  Denn eine Radioreportage darf es nicht sein; es muss zeitnah berichtet und vor allem auf irrelevante Details verzichtet werden. Schließlich interessiere niemanden, was Pep Guardiola heute an habe, während eine gefährliche Flanke geschossen werde. Der anschließende Transport vom Stadion zum Hotel wurde vom Fan-Projekt organisiert und dabei tatkräftig vom sozialpädagogischen Fanprojekt unterstützt.